Dienstag, 26. Juni 2018

Geburtsbericht | Und endlich waren wir zu Dritt | TEIL I

bevor ich alles vergesse und ich nicht nicht mehr erinnern kann - Möchte ich meine Erinnerungen zu diesem ganz besonderen Erlebnis niederschreiben. Zum Glück lässt mich Henri auch kurz an den Rechner. Er liegt zwar auf mir, aber irgendwie klappt das schon mit dem Schreiben :)

Alles began am Donnerstag, den 12.10.17 um 5 Uhr morgens, als die Fruchtblase platzte. Oh ja, die ganze Zeit hatte ich Angst davor - Angst, dass ich irgendwo unterwegs bin und plötzlich in einer großen Pfütze stehe.

Am Tag zuvor, am 11.10., habe ich noch mit meiner Mutter und meinem Onkel das Kinderzimmer für Henri tapeziert, wir waren bei IKEA, im Bauhaus und abends habe ich ihm, nach einer leckeren Pizza vom Italiener unter an der Ecke, die ersten Weihnachtslieder vorgesungen (In der Weihnachtsbäckerei). Das hat den kleinen Mann wohl neugierig gemacht - Er konnte nicht mehr die zwei Tag zum geplanten ET warten und brachte in den frühen Morgenstunden die Fruchtblase zum platzen. Zum Glück war ich da schon im Badezimmer :D Keine Schweinerei im Bett oder sonst wo. Ich habe mich geweigert alles mit irgendwelchen Unterlagen auszulegen, obwohl ich es irgendwie gewusst habe mit dem Blasensprung.

Meinen Freund habe ich versucht mit den Worten "Ich glaube es geht los!" zu wecken. Er total schlaftrunken, dachte erst ich rede mit der Katze, die sonst um die Zeit schon auf das Frühstück behaart. Aber als er merkte, dass die Worte im galten, war er sofort hell wach. :D

Schnell habe ich mir was übergezogen, die Checkliste abgehakt, die Kliniktasche und das Stillkissen geschnappt und los ging es. Keine Stunde später, um 6 Uhr standen wir vordem Kreissaal. Hier wurde mir der Blasensprung bestätigt und angeboten, doch wieder ambulant nach Hause zu gehen. Gegen 17 Uhr sollte ich wiederkommen, da eine Entzündungsgefahr besteht und ich dann eine Tablette bekommen sollte. Ein Angebot, das mir nicht so verlockend vorkam. Wir stand ja schon mit Sack und Pack im Krankenhaus. Alles wieder zurück auf Anfang? Und so ein Blasensprung ist echt unangenehm - es läuft und läuft! Ich war nur müde und dachte es ist egal wo ich schlafe, also bleibe ich an Ort und Stelle. Da die Geburt auch unweigerlich bevorstand - lies ich mich einweisen.


Auf dem Zimmer angekommen habe ich meine Zimmergenossin kurz kennen gelernt und schon war sie im Kreissaal verschwunden. Besser für mich - Sturmfrei dachte ich - wie blauäugig! Die Mutter meiner Bettnachbarin war so aufgeregt, dass sie alle 30 Min. rein und raus rannte. Da hat man grad ein Auge zugemacht und stand auf der Forte ins Schlummerland, da wurde man unliebsam geweckt, da wer im Zimmer stand. Gegen 17 Uhr war mein Hede wieder da, der zu Hause schnell klar Schiff machte.

Nach der Tablette um 17 Uhr gegen Entzündungen ging es um 18 Uhr zum Abendessen in Buffetform. Kaum waren wir fertig ging es zum CTG. Anscheinend gab es Wehen zu sehen, aber ich habe davon nicht viel gespürt. Woraufhin wir los geschickt worden sind ein paar Runden ums Krankenhaus zu laufen. Nach der fünften Runde hatte ich genug und es ging um 20 Uhr zum nächsten CTG. Irgendwie haben Hede und ich uns nur schlapp gelacht und haben damit die Nadel vom CTG ganz schön tanzen lassen. Gespürt haben ich von den Wehen noch immer nichts.


Beim dritten CTG um 22 Uhr wurde ich dann mit einem Mini-Stückchen Tablette eingeleitet. Die Besuchszeit war vorüber und Hede fuhr zurück nach Hause. Ich ging auf mein Zimmer und kaum war ich dort angekommen ging es los. Oh weh, gar nicht witzig. Ich kann den Schmerz gar nicht richtig beschreiben. Aber das war ätzend, meine Bettnachbarin mit frisch geschlüpften Nachwuchs schlief zum Glück schon und ich versuchte nun, verkrampft auf der Bettkante sitzend, mich mit den Schmerzen zu arrangieren. Ein einhalb Stunden vielleicht auch länger. Keine Ahnung wie lang genau es war, obwohl ich die Uhr vor der Nase hatte und ich genau mitverfolgen konnte, dass die Wehen alle 2 Minuten kamen und ich keine Zeit hatte, mich von dem Schmerz zu erholen. Um halb eins habe ich dann die Hebamme anrufen, die auch kurz danach auf meinem Zimmer stand. Sie fragte nur was ich jetzt machen möchte? Hier auf dem Zimmer bleiben oder runter in den Kreissaal gehen? Ähm... keine Ahnung :D Bevor die Schmerzen noch schlimmer werden und ich Baby und Mami bei mir auf dem Zimmer wecke, beschloss ich runter um Kreissaal zu gehen. Ich kannte den Weg dank der vielen CTGs ja schon gut. Unten angekommen konnte ich mich kaum noch halten. Die Schmerzen waren so stark und meine Laune wurde immer schlechter. Der Muttermund war auch schon auf 4 cm und die Hebamme meinte, wenn ich noch wen dazu rufen möchte, sollte ich das jetzt tun. Aber ich sollte aufpassen und den Freund nicht in Panik versetzen. Also habe ich Hede während ich am CTG hing, schnell in einer Wehen-Pause angerufen und meinte: Du kannst wieder kommen! Dann kam auch schon die nächste Wehe und ich habe schnell aufgelegt. :D 

Fortsetzung folgt :) 
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1 Kommentar

  1. Irgendwie schön, nicht immer diese Berichte von wegen Hausgeburt und ohne Pillen etc. zu lesen. Nicht, dass ich jemanden dafür beurteilen möchte, aber ich habe das Gefühl, dass sich zur Zeit werdende Mamas gerne dafür beurteilen und eine natürliche Geburt als das nonplusultra angesehen und nur das gelobt wird. Jede Geburtsform ist für die Frau, die sie wählt, bestimmt eine gute. :)

    Und schön, wie entspannt du da durchgegangen bist! :)

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